Ecstasy - die Geschichte einer Technodroge
29. Februar 2008Der idealerweise ausschließlich in Ecstasy verwendete Wirkstoff MDMA wurde Anfang des 20. Jahrhunderts von Chemikern der Firma Merck aus Darmstadt synthetisiert und zum Patent angemeldet.
Es wurde aber nie als Medikament vermarktet, jedoch testeten die Streitkräfte der Vereinigten Staaten in den fünziger Jahren den Reinstoff vergeblich als Psychokampfstoff und Wahrheitsdroge.
In den 80er Jahren beschäftigte sich ein Biochemiker dann mit den therapeutischen Verwendungs-möglichkeiten der Substanz.
Ab Beginn der 80er Jahre wurde die Droge allmählich als Genussmittel unter dem Namen Ecstasy entdeckt, als Clubdroge in der House Music Szene tauchte sie zunächst in den USA auf und verbreitete sich dann auch in der schwulen Tanzszene.
Schlimm war sicherlich dass das Gerücht entstand und verbreitet wurde, das Ecstasy ein tolles Diätmittel sei. Dies brachte den Konsum dann auch zu anderen Gesellschaftsschichten als nur zu den Technojüngern in der House Discoszene.
Zu dieser Zeit wurde die amerikanische Drug Enforcement Administration auf MDMA aufmerksam.
1985 wurde Ecstasy in den USA und ein Jahr später durch die Weltgesundheits-organisation auch weltweit verboten, jedoch verhalf dies der Droge auch zu mehr Publizität und bereits Ende der achtziger Jahre wurde Ecstasy erstmals in Europa, im Rahmen der britischen House-Bewegung, populär und entwickelte sich schnell zur Droge der aufkommenden Ravekultur.
Anfang der 1990er wurde die Droge dann bei Personen aller Gesellschafts-bereiche sichergestellt. Keine Droge hat sich je so schnell so weit verbreitet. Da sich das deutsche Betäubungsmittelgesetz im Wesentlichen auf chemische Inhaltsstoffe von Rauschmitteln bezieht, werden Abwandlungen der Wirkstoffe häufig gewerblich vermarktet.
Sie gelten so lange als legal, bis eine Revision des Betäubungsmittelgesetzes stattgefunden hat. Dieses Phänomen sorgt wiederum dafür, dass jedes Jahr eine ganze Reihe neuer Substanzen in das Betäubungsmittelgesetz aufgenommen werden.